Wieso mich die aktuellen Konsolengenerationen nicht überzeugen

Fast 35 Jahre ist es her, dass ich das erste mal an einer Konsole gesessen hatte. Damals noch auf der NES und kurze Zeit später auf der SNES, die für mich das goldene Zeitalter des Videogamings eingeläutet hatte.

Mittlerweile verstauben sowohl meine Switch 2 als auch meine PS 5 im Schrank. Ein Schicksal, das sie bei mir zuhause auch mit vielen Konsolengenerationen vor ihnen teilen. Man könnte natürlich argumentieren, dass ich Anfang der 90er noch keinen PC hatte und Konsolen meine einzige Möglichkeit waren, Videospiele zu spielen. Das wäre in meinem Fall aber zu kurz gedacht. Denn selbst nachdem ich Weihnachten 1996 meinen eigenen PC erhalten hatte und ab dann in den Genuss vieler Titel wie Command and Conquer, Unreal Tournament oder Diablo gekommen bin, habe ich damals dennoch viel (mehr) Zeit vor meiner Nintendo 64 und bei Freunden vor der Playstation verbracht.

Damals hatten Konsolen noch viele Vorteile

Denn Konsolen hatten damals nicht nur den Vorteil eines zu großen Teilen einzigartigen Spieleportfolios, sondern hatten auch den wesentlichen Vorteil, dass sie günstiger waren und in der Bedienung einfacher. Schließlich musste man hier, anders als auf dem PC nicht regelmäßige Treiberupdates oder langwierige Installationsprozesse durchführen. Es gab keine häufigen Komplettabstürze und man wurde nicht jedes Jahr anhand von sinkenden FPS in den neusten Titeln daran erinnert, dass es mal wieder Zeit für ein teures Hardwareupgrade war. Man hat stattdessen die SpieleCD oder Spielecartridge eingelegt, die Konsole angeschaltet und konnte loslegen. Alleine oder im Couch-Coop. Selbstverständlich konnte man Spiele ohne Probleme im Freundeskreis verleihen oder aus Videotheken für wenig Geld ausleihen, um sie zuhause durchzuspielen.

Jetzt haben Konsolen kaum noch Vorteile

Heute Konsolengenerationen sind weit von diesen Vorteilen entfernt. Während die Nintendo-Konsolen wenigstens noch eine Hand voll Exklusivtitel vorweisen können, ist es bei allen Konsolen allerdings mitteilweile so, dass sie über die letzten 20 Jahre hinweg, viele Nachteile des PC-Gamings übernommen haben:

  • Konsolen sind teurer geworden.
  • Man muss sowohl die Hard- als auch die Software regelmäßig updaten.
  • Spiele müssen auf den Konsolen in der Regel zunächst installiert werden.
  • Viele Spiele gibt es ausschließlich in digitaler Form und/oder mit Bindung an eine Konsole bzw. einen Account, was das Ausleihen unmöglich macht und auch den Wiederverkauf erschwert.
  • Viele moderne Konsolen gibt es innerhalb einer Generation in mehreren Hardwarevarianten.

Dadurch gibt es für mich kaum noch einen Grund, mich an die Konsolen zu setzen. Wieso sollte ich Battlefield 6 an der PS 5 spielen, wenn ich es auch genauso gut auf dem PC mit den gleichen Nachteilen spielen kann und es an meinem leistungsstärkeren PC darüber hinaus auch eine wesentlich bessere Grafik vorweisen kann? Letztendlich bin ich am PC auch wesentlich flexibler, weil ich dort nicht nur spielen kann, sondern auch Zugriff auf zigtausend andere Anwendungen wie Officeprogramme oder Grafiksoftware habe?

Selbst bei Nintendo bin ich mittlerweile an einem Punkt, an dem ich keine Lust mehr habe, weiter in das System zu investieren. Ich will keine 80-90 Euro für mittelklassige Videospiele zahlen. Erst recht dann nicht, wenn diese auf einem leeren Datenträger geliefert werden, der keine Spieledateien, sondern nur einen Key enthält.

Die Konsolen sind fast komplett weg von ihrer Einfachheit. Spiel einlegen und loslegen gibt es fast nicht mehr. Ich verstehe das Warum. Schließlich konkurrieren Konsolen immer mehr mit dem PC. Viele kaufen sich keinen PC mehr, möchten aber trotzdem viele Titel spielen, die es damals ausschließlich für PC gegeben hatte und die damals für Konsolen unmöglich waren. Aber für mich, der seit 30 Jahren selbst einen Gaming-PC hat, gibt es kaum noch gründe, mir für fast das gleiche Geld auch noch eine Konsole ins Haus zu stellen.


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