Netzdrohne – Interessante Beiträge

Jetzt, nachdem ich quasi das Telefonbuch (in Erstausgabe) der Netzdrohne veröffentlicht habe wird es Zeit für die Phase 2 – naja, noch nicht ganz, sagen wir einfach Phase 1,5. Denn ich möchte euch alle paar Wochen ein paar meiner Lieblingsblogbeiträge vorstellen und gegebenenfalls ein paar Worte dazu sagen. Dadurch bekommt ihr einen guten Überblick über die Schreibstile und Inhalte meiner Nachbar-Blogs.

loess von 99leben.de

Angefangen mit loess von 99leben.de, der einen tollen Beitrag zum Thema Spielerwirtschaft geschrieben hat, der mich ein klein wenig an meinen Beitrag zum ähnlichen Thema <Spielerbetriebene Wirtschaft> erinnert hatte, aber ein sprachliches Niveau erreicht, welches ich in 10 Jahren nicht erreichen würde.

“Anders als in der realen Wirtschaft gibt es in den meisten Spielen einen unerschöpflichen Währungstopf. Man haut eine Stachelratte, die Stachelratte lässt Gold fallen, immer und immer wieder. Darum ist es möglich, bei genügend investierter Zeit ein gewisses Vermögen anzuhäufen. Da nun aber die investierte Zeit an chinesische Goldfarmer oder gar automatisierte Bots ausgelagert wird, wird Währung generiert, die andernfalls nicht existiert hätte. Die Währungsmenge nimmt zu, der Wert der Währung folglich ab, der veranschlagte Wert von Gegenständen steigt, somit steigt auch wieder der Bedarf nach Währung und die ganze Chose beginnt von vorn. Eine Abwärtsspirale, die unvorstellbaren Schaden an der Stachelrattenpopulation zur Folge hat. Im schlimmsten Fall geht sogar die komplette Spielwirtschaft den Bach runter und man hinterlässt einem Haufen frustrierter untoter Schurken eine dysfunktionale Spielumgebung. Also ganz so, wie man sich derzeit die Zustände in Griechenland vorstellt.”

99leben.de

Sven von nesnevs

Wer, so wie ich, gefallen an der Civilization Reihe gefunden hat, kann nachvollziehen, warum Svens Beitrag zum Spiel so passend ist. Denn anders als in anderen Echtzeitstrategiespielen erzählt das gesamte Spiel permanent Geschichten. Damit meine ich nicht die Hintergrundinfos zu den einzelnen Technologien vom Rad bis zum Laser. Sondern eher die Geschichte, die man als Herrscher einer Zivilisation selbst schreibt. Vom Anfang, bei der Suche nach einem passenden Ort für die erste Stadt, über die Kriege die gegen das Nachbarland Russland geführt werden, bis hin zum Schluss, als man sein Raumschiff fertiggestellt hat und von seiner Hauptstadt aus nach Alpha Centauri fliegt. In diesem Spiel können selbst die einzelnen Städte eigene Geschichten erzählen. Mein geliebtes Bordeaux zum Beispiel, lag direkt an der Grenze zum kriegerischen Nachbarland und wurde zwischen 1000v Chr. bis 500n. Chr. immerwieder Opfer von Eroberungsfeldzügen. Als ich von Paris aus meinen Gegenschlag organisierte kam mir Russland zuvor und machte meinem Arschloch-Nachbarn schnell einen Strich durch die Rechnung. Bordeaux florierte, begann dann allerdings im Mittelalter aufgrund von Überbevölkerung, Unruhen und Krankheit zu wuchern. In der Neuzeit hatte es mit Umweltverschmutzung zu kämpfen. Und gerade als ich glaubte ich hätte 2020 alles im Griff, wurde es durch US-Nuklearwaffen vernichtet. RIP – Bordeaux.
Sven spielt übrigens Babylonier:

“Nebukadnezar LXIV. fährt sich mit seiner Hand zufrieden durch den aufwändig geflochtenen Bart. So etwas trägt heutzutage eigentlich keiner mehr, doch Nebukadnezar war schon immer ein traditionsbewusster Mann. Über 6000 Jahre haben die Herrscher seines Geschlechts ihre Bärte mit Stolz getragen. Und nun steht das derzeitige Oberhaupt der Babylonier vor der großen Glasfront des Erholungsdecks und sieht der Sonne dabei zu, wie sie sich langsam hinter der immer kleiner werdenden Erde hervorschiebt. Allmählich füllt sich das Deck, schließlich gehört es zu den beliebtesten Plätzen auf der Raumfähre Sid Meier 5. Nebukadnezar LXIV. stört das aufkommende Gedränge nicht. Er liebt sein Volk und sein Volk liebt ihn.”

nesnevs.wordpress

Robert Glashüttner von Videogametourism.at

Robert Glashüttners Beitrag über falsche Rücksichtnahme, war für mich ein sehr interessantes Thema. Da ich mir die Frage, ob Indie-Spiele zu sehr gehypt und bemuttert werden, desöfteren gestellt hatte. Während bei großen und qualitativ guten Titeln jedes Element auf die Goldwaage gelegt wird, wird bei manch einem Indie-Titel jede Form von Innovation und Benutzerunfreundlichkeit (das heißt jetzt Core-Game) bis zum geht nicht mehr gelobt. Egal ob diese Art von Innovation jetzt positiv oder negativ für den Spieler ist. Wenn kein EA, Activision-Blizzard oder Ubisoft auf dem Cover zu finden ist, werden auch mal alle Augen zugedrückt, wenn das Spiel Bugverseucht ist, scheiße aussieht und man den Endboss erst dann besiegen kann, wenn man eine 6 minütige Tastenkombination auswendig gelernt hat.

“Die Beziehung zwischen Spielepresse und Games-Industrie ist grundsätzlich schwierig. Vertriebsfirmen üben weiterhin – mehr oder weniger subtil – finanziellen Druck auf Medienunternehmen aus um sich geschönte Berichterstattung zu erkaufen. Doch unabhängig davon spielen viele Games-Autor/innen den Verlegern oft individuell, aus falscher Rücksichtnahme gegenüber den Spielemachern, in die Hände. Der aufwändige Prozess, ein digitales Spiel zu erdenken, umzusetzen, nach Möglichkeit mehrheitstauglich zu machen, dafür genügend Aufmerksamkeit zu schaffen und es professionell zu vertreiben, weckt manchmal in Kritiker/innen das Bedürfnis, Milde walten zu lassen – vor allem, wenn die Macher Einzelpersonen sind, die mit sichtlich viel Liebe, aber womöglich weniger Erfolg am Werk waren. Das Endergebnis eines Produktes ist vielleicht eher schlecht, denkt man dann vielleicht – aber haben sich die dahinter stehenden Köpfe nicht monatelang bemüht und ihre Freizeit geopfert, nur, damit wir dieses Spiel jetzt in Händen halten dürfen?”

Videogametourism.at

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