Star Citizen: Das einzige was gut funktioniert ist das Finanzierungsmodell

Ich kann mit Stolz behaupten, dass ich einer der ersten Backer von Star Citizen bin. Und seitdem Backer wie ich die Möglichkeit haben, das Spiel zu testen, verbringe ich auch einmal im Jahr 10-20 Stunden im Spiel, um mal nachzusehen, wie der aktuelle Entwicklungszustand des Spiels ist.

Ist Star Citizen ein Scam?

Ich weiß, dass das Spiel nicht nur viele Fans hat, sondern auch viele Leute, die dieses ganze Konstrukt als den größten Scam in der Geschichte der Videospielindustrie bezeichnen. Und ganz ehrlich, je öfter ich in das Spiel schaue, umso mehr kann ich diesen Vorwurf zumindest in Teilen nachvollziehen.

Das grundsätzliche Problem von Star Citizen

Versteht mich nicht falsch. Ich habe für das Spiel damals nur knapp 30 Euro gezahlt und habe seitdem gut und gerne 100 Stunden in dem Spiel verbracht. Das ist eigentlich vom Preis-Leistungs-Verhältnis her ein sehr gutes Angebot. Aber ich muss auch sagen, dass es mich immer mehr stört, dass in dem Spiel selbst nach 10 Jahren Entwicklungszeit nicht einmal grundlegende Spielmechaniken funktionieren. Ja, es ist eine Alpha. Und da darf auch einiges kaputt sein. Aber wenn ein Entwicklerstudio regelmäßig die Hand aufhält und dreistelle Millionenbeträge erhält in dem es teilweise noch nicht existierende digitale Produkte mit Verkaufspreisen von 1.000 Euro verkauft, mit dem großen Umsatz aber dann nicht das versprochene Spiel fertig produziert, sondern stattdessen immer wieder neue Baustellen aufmacht und neue Features draufwirft, dann fehlt mir dafür irgendwann das Verständnis.

Wenn nichts funktioniert

Um das mal etwas zu verbildlichen: Ich bin jemand, der sich in solchen Weltraumspielen gerne neue Schiffe erarbeitet. Das geht in Star Citizen ohne den Einsatz von Echtgeld nur, wenn ich im Spiel genügend Ingamewährung sammle, um mir neue Schiffe zu kaufen. Es gibt aktuell auch einige Methoden im Spiel, um an Geld heranzukommen. Ich könnte Missionen im Weltraum abschließen. Könnte Missionen am Boden abschließen. Kann die Missionen auch einfach ignorieren und Bergbau betreiben und die abgebauten Rohstoffe anschließend verkaufen.

Ich habe 10 Missionen im All gestartet.  Davon haben nur 4 richtig funktioniert. In 6 anderen Fällen hatte das Spiel vergessen die notwendigen Missionsziele zu spawnen, sodass ich die Missionen nicht abschließen konnte.

Anschließend habe ich 10 sogenannte „Bunker-Missionen“ gestartet. Bei denen muss man unterirdische Bunker von gegnerischen NPC säubern. Hier wurden zwar alle Gegner gespawnt, in einem Großteil der Fälle hatte das Spiel die Gegner aber in den Mauern und Böden gespawnt, sodass ich diese nicht erschießen konnte. Logischerweise konnten diese Missionen dementsprechend auch nicht abgeschlossen werden.

Zuletzt hatte ich mir ein größeres Schiff gemietet und ein Bergbaufahrzeug darin geparkt. Mit dem Schiff bin ich dann einen Planeten abgeflogen, um Mineralienvorkommen zu suchen. Habe ich die Vorkommen dann entdeckt, musste ich das Schiff landen, die Rampe herunterfahren, das Fahrzeug ausparken, mit dem Fahrzeug zum Rohstoffvorkommen fahren, die Rohstoffe mit dem Fahrzeuglaser abbauen, mit einem weiteren Laser einsammeln, das Fahrzeug wieder ins Raumschiff fahren, die Rampe hochfahren, mit dem Raumschiff zum nächsten Raumhafen fliegen und dort die gesammelten Mineralien an einem Terminal verkaufen.

Klingt extrem cool. Ist es in der Theorie auch. Aber man hat von vorne bis hinten Probleme dabei:

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Das Suchen der richtigen Mineralien ist relativ aufwändig, da nur der Abbau von bestimmten Mineralien lohnenswert ist. Da man auf die Entfernung aber nicht sehen kann, welche Mineralien gerade vom Scanner erfasst werden, muss man immer sehr nah an die Vorkommen heranfliegen, um prüfen zu können, um welche Mineralien es sich handelt.

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Hat man ein passendes Vorkommen gefunden, ist das Landen auch einfacher gesagt als getan. Dann oft ist die Planetenoberfläche sehr uneben, sodass man die Laderampe nicht so gut ausfahren kann, als dass man später wieder mit dem Bergbaufahrzeug reinfahren kann.

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Das hügelige Gelände ist auch für das Bergbaufahrzeug problematisch. Das hat gefühlt nämlich soviel PS wie ein Fahrrad und kann selbst geringe Steigungen kaum überwinden. Ich habe einige Fahrzeuge verloren, weil diese einfach in eine kleine Senke gerutscht waren und dann nicht mehr aus der Senke rausfahren konnten. Damit war die Bergbauoperation in diesen Fällen sofort gescheitert.

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Das Abbauen der Mineralien ist grundsätzlich okay. Allerdings ist das Einsammeln mithilfe des Lasers unglaublich friemlig gestaltet, sodass man teilweise Minuten damit verbringt jeden einzelnen Brocken anzuklicken, um ihn einzusammeln

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Hat man dann gut 2 Stunden mit Bergbau verbracht, das Fahrzeug wieder im Raumschiff geparkt und die sehr wertvolle Fracht zum nächsten Handelsterminal gebracht, dann kann es durchaus sein, dass es aufgrund eines Bugs nur möglich ist, jedes Erz einzeln zu verkaufen. Hat man aber 10.000 Einheiten Erz im Frachtraum, kommt da sicher keine Freude beim Verkauf auf.

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Und das wirklich ärgerliche kommt dann, wenn man versucht im offiziellen Forum oder bei Google einen Workaround für die ganzen Bugs zu suchen. Denn erstens gibt es meist keinen Workaround und zweitens sind das Bugs, die schon seit Jahren bekannt sind und zeitweise vielleicht mal gefixt waren, durch die nachfolgenden, unausgegorenen Patches aber wieder ins Spiel gefunden haben.

Und genau deswegen überwiegt bei mir aktuell der Frust an diesem kaputten Spiel. Das Spiel ist super ambitioniert und sehr interessant. Schafft es aber trotz Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe und der mittlerweile über 10 Jahre andauernden Entwicklungszeit nicht, ein halbwegs funktionierende Kernmechaniken abzuliefern. Star Citizen ist leider aktuell nicht mehr als eine sehr umfangreiche Tech Demo. Deswegen würde ich mir einfach wünschen, dass man sich mal darauf fokusiert, das Spiel zu Ende zu entwickeln, bevor man sich auf das nächste Hirngespenst einlässt.


Kommentare

2 Antworten zu „Star Citizen: Das einzige was gut funktioniert ist das Finanzierungsmodell“

  1. Dass man nach all den Jahren und so viel Geld noch immer kein wirklich stabiles Grundgerüst hat, ist schon sehr enttäuschend. Wenn man bedenkt, dass es mit EVE Online, Elite Dangerous, Everspace und Co. mittlerweile ja auch recht viel Konkurrenz im Genre gibt, ist es schon erstaunlich, dass sie offenbar noch immer mit dieser Arbeitsweise durchkommen.

    1. Ja, ich glaube, dass sie einfach eine Methode gefunden haben, mit der sie ihre Versprechen zu Geld machen können. Das ist auch der Grund wieso ich das Geschäftsmodell sehr bedenklich finde. Spätestens wenn dann der Release ist, werden sich wahrscheinlich viele Leute ärgern, soviel Geld ins Spiel gesetzt zu haben.

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